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Ein Odenwälder nimmt eine Mundart-CD auf und spendet den Erlös an Darmstädter Verein

 

Ziggarnstebbel. Miggefong. Scheierdoor. Alles klar wie  Kloosbrieh? Selbstverständlich ist es nicht mehr, dass Odenwälder, Bergsträßer oder Darmstadt-Dieburger diese Dialekt-Worte aus Südhessen kennen.
Fritz Ehmke aus Modautal (Landkreis Darmstadt-Dieburg) bedauert das. Und weil er sich damit nicht abfinden will, hat er vor Jahren begonnen, Mundart-CDs zu produzieren. „Balladen, Bänkellieder und Gebabbel aus Südhessen“ hieß das erste Doppelpack. „Horsch emol, wie schäi…“ ist der Titel der zweiten, gerade aktuellen Doppel-CD. „198 Menschen haben da mitgemacht“, berichtet Ehmke stolz, „Einzelpersonen und Chöre.“ Sie kommen aus ganz Südhessen – Heppenheim, Seeheim, Ober-Ramstadt, Lindenfels, Modautal, Spachbrücken, Erbach, Büttelborn… Der 62-Jährige hat im Lauf von 36 Monaten ihre Lieder und Geschichten aufgenommen. Manche bei Konzerten, für andere hat er eigens akustisch geeignete Räume organisiert und viele der Sprecher hat er zu sich nach Hause gebeten, in sein kleines Studio im Dachgeschoss.
Hier, zwischen Bose-Boxen, alten Röhrenverstärkern, Endstufen und Bandmaschinen, entstehen die CDs. „Wenn ich klopfe, weiß meine Frau unten, dass es jetzt ganz still sein muss für eine Aufnahme“, sagt Ehmke schmunzelnd. „Sie geht dann meistens einkaufen.“
Nun ist es nicht so, dass der Diplom-Ingenieur einfach nur seinem Hobby nachgeht. Die CDs dienen einem guten Zweck wie alle seine Musik-Projekte. Rund 33 000 Euro wird er an diesem Donnerstag dem Darmstädter Verein für krebskranke und chronisch kranke Kinder übergeben – es ist der Erlös aus den CDs (15 Euro das Stück) und Spenden (zum Beispiel von der Sparkasse, die sich an den Presswerkkosten beteiligte).
Um den Verkauf von „Horsch emol, wie schäi…“ anzukurbeln, ging Ehmke zusammen mit dem Liedermacher Jürgen Poth alias De Guggugg Anfang Juni auf Tour: Die beiden wanderten durch Südhessen (zehn Tage, 100 Kilometer), traten zusammen mit örtlichen Mundartkünstlern auf und boten ihr Werk feil.
„Wir hatten immer volle Bude“, erinnert sich Ehmke, „es ist unglaublich, wie gastfreundlich die Leute uns empfangen haben.“ Bürgermeister und Stadträte hießen die Barden willkommen, der Odenwaldclub führte die Wanderungen, Vereine verzichteten auf die Saalmiete, Wirte spendeten den Erlös aus dem Getränkeverkauf und der Hut, der bei den abendlichen Veranstaltungen die Runde machte, war immer ordentlich gefüllt.
Natürlich halfen auch die Freunde aus der Mundart-Szene, organisierten Räume, klebten Plakate, verkaufen CDs. „Wir sind inzwischen ein Riesennetzwerk“, freut sich der rührige Ehmke und rechnet vor:„Wenn wir jetzt die restlichen 450 CDs noch verkaufen, haben wir rund 40 000 Euro zusammen.“
Beim Verein für krebskranke und chronisch kranke Kinder, den auch die Aktion ECHO hilft unterstützte, freut man sich natürlich über die Spende. „Das ist für uns eine ordentliche Summe“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Reiner Buchhold dem ECHO. Wahrscheinlich wird das Geld verwendet, um das Haus im Darmstädter Heinrichwingertsweg, wo der Verein sein Domizil hat, behindertenfreundlicher zu machen. Eine kleine Plattform, mit der Rollstuhlfahrer hinderliche Stufen überwinden können, soll gebaut werden.
Ehmkes Engagement für den Verein reicht schon viele Jahre zurück und hat einen persönlichen Grund. Vor etwa 20 Jahren erkrankte der kleine Sohn der Ehmkes an Leukämie. „Der Verein war damals relativ neu“, sagt Fritz Ehmke. „Wir haben dort viel Unterstützung bekommen.“ Wichtige Unterstützung, um die schwierige Zeit bis zur Genesung des Jungen zu überstehen.
Der nächste Mundart-Ordner in Ehmkes Computer existiert schon. Er hätte genügend Material für noch eine CD. „Aber das will ich nicht, jetzt muss was Neues kommen“, sagt er. Mundart für Kinder vielleicht. Pläne gibt es genug. Denn, da ist Fritz Ehmke sicher: „Das Feuer der Mundart brennt. Wir bewahren keine Asche auf.“

Celinas Leben mit der Leukämie 

Die Online-Journalismus Studentin Judyta Smykowski und Berti Stahlecker, die Familientherapeutin des Vereins für Krebs- und chronisch kranke Kinder Darmstadt e.V. haben Celina besucht, die an Leukämie erkrankt ist. Frau Smykowski hat Celina für das FuppMagazin, ein von Studenten gemachtes Magazin für Kinder interviewt.

Anbei können Sie das komplette Interview “ Celina´s Leben mit der Leukämie“  lesen.

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Welche Farbmaus rennt am schnellsten?

Verein für krebskranke und chronisch kranke Kinder lädt Betroffene und ihre Familien im Namen des Vivariums zur „Dreamnight“ ein.

Ammar und Kybra haben eine seltene Krankheit. Schon bald nach der Geburt wurde bei ihnen Ichthyosis, die Fischschuppenkrankheit, festgestellt. Sie haben eine ganz besonders empfindliche, trockene Haut, die aufplatzen würde, wenn ihre Eltern sie nicht ständig eincremen würden. „Jeden Morgen baden wir in Öl, müssen Hautschuppen abreiben und uns mehrmals am Tag eincremen“, erzählt die vierzehnjährige Kybra, „wenn Mama und Papa nicht da wären, würde ich anders aussehen.“

Das Mädchen ist seinen Eltern sehr dankbar für die tägliche Hilfe bei der Hautpflege. In der Schule kann Kybra oft nicht so lange sitzen, weil die Haut anfängt zu spannen. Manchmal kommt sie auch zu spät wegen der aufwändigen Pflege.

Vor Kurzem haben Kybra und ihr ebenfalls unter Ichthyosis leidender vierjähriger Bruder Ammar, ihr älterer gesunder Bruder und ihre Eltern eine besondere Einladung erhalten: Der Verein für krebskranke und chronisch (also dauerhaft und unheilbar) kranke Kinder hat sie und viele andere für einen Abend zur „Dreamnight“ ins Vivarium eingeladen – als ganz besonderes Geschenk. Schon zum siebten Mal hat der Darmstädter Verein diese Veranstaltung gemeinsam mit dem Vivarium organisiert. Der Darmstädter Tierpark war dann für andere Besucher geschlossen.

Das Vivarium hat rund 90 kranken Kindern, die mit ihren Geschwistern, Freunden und Eltern gekommen waren, ein ganz besonderes Programm geboten: Sie durften Esel striegeln, Futter bei den Schopfmakaken verstecken, eine Schlange streicheln und eine Zoowand bemalen. Auch an einem Tierquiz konnten die Kinder teilnehmen.

Besonders witzig war das Farbmäuse-Rennen. Da konnten sich die Kinder eine Maus aussuchen, die dann in einem Holzkasten in ihrer Bahn gegen eine andere Maus, die sich ein anderer Teilnehmer ausgesucht hatte, rennen sollte. Im Ziel lag Futter. Das Kinder-Echo hat natürlich auch mitgemacht und sich eine weiß-schwarz gescheckte Farbmaus ausgesucht. Die aber rannte erst vor, dann wieder zurück und kam schließlich als letzte ins Ziel. Das Kinder-Echo bekam dennoch Gummibärchen als Trostpreis.

Für Jendrik und seine Familie ist die „Dreamnight“ im Vivarium das Highlight des Jahres. Schon zum dritten Mal sind sie dabei. Jendrik ist jetzt 15 Jahre und ein ganz normaler Junge.

Mit zwei Jahren ist er an Leukämie (Blutkrebs) erkrankt, konnte durch lange Krankenhausaufenthalte kein normales Leben als Kind führen. Jetzt ist er zwar geheilt, aber er leidet immer noch an Folgen seiner frühen Erkrankung. Gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Arne (11) und Ole (8) hat er viel Spaß bei den Eseln.

Er genießt es, viel Zeit mit den Tieren zu haben. Sonst, wenn er mal mit der Klasse im Vivarium war, musste er immer der Gruppe folgen und konnte nicht so lange an einzelnen Tiergehegen verweilen. Früher war der Vogel Strauß sein Lieblingstier, jetzt findet er die Wasserschweine total cool, und auch die Totenkopfäffchen.

Wie Kybra, Ammar und Jendrik haben viele Kinder, die ganz unterschiedliche Krankheiten haben, den Besuch im Vivarium richtig genossen. Manche von ihnen saßen im Rollstuhl. Vielen sah man ihre Krankheit gar nicht an. Einige wissen, dass sie wieder gesund werden, andere nicht.

Dass die „Dreamnight“ vom Vivarium liebevoll vorbereitet und für alle Kinder ein besonderes Erlebnis war, darin waren sich alle einig.

(Dieser Artikel wurde von Fr. Rebecca Keller im Kinderecho veröffentlicht). 

“Ein Abend im Zoo” Darmstadt Vivarium

Am Freitag, dem 12. August 2011, hatte das Vivarium Darmstadt jetzt schon zum 7. Mal zu einem „Abend im Zoo“ für krebskranke und chronisch kranke Kinder mit ihren Eltern, Geschwistern und Freunden eingeladen. Dieser Einladung folgten über 90 Kinder mit ihren Eltern, Geschwistern und Freunden, trotz des beginnenden heftigen Regens. Aber der Wettergott war dann doch allen wohlgesinnt und nach kurzer Zeit hörte es auf zu regnen.

An diesem Tag stand den Kindern und ihren Familien wieder Darmstadts Zoo und seine Belegschaft und viele ehrenamtliche Helfer kostenlos und exklusiv zur Verfügung. Ein kleines Programm – Führungen, Tiere streicheln, Rätsel, Mal- und Bastelaktionen etc. – sorgte für Unterhaltung und gab auch einen Einblick hinter die Kulissen. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt

Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Organisatorin Frau Tinnius und ihren unermüdlichen Helfern und freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.